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Gewählte Ärzte 31. 8. 2014

Anästhesiologie

Der Narkosearzt zeichnet verantwortlich für die Einleitung, Durchführung, Überwachung und Nachbehandlung einer Narkose, wobei die Betäubung vollständig (Vollnarkose) sein kann oder nur bestimmte Körperteile betrifft (örtliche Betäubung).

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Der Narkosearzt

Im allgemeinen Sprachgebrauch Narkosearzt genannt, läuft er offiziell unter verschiedenen Bezeichnungen: Anästhesist, Anästhesiologe, Facharzt für Anästhesiologie oder Facharzt für Anästhesie. Unabhängig von diesem Sprachwirrwarr ist sein Betätigungsfeld jedoch sehr konform. Das Fachgebiet des Narkosearztes umfasst die Betäubung eines Patienten vor und während eines chrirurgischen – in manchen Fällen aber auch diagnostischen – Eingriffs. Dabei kann die Narkose entweder allgemein (Vollnarkose) oder nur lokal (Betäubung eines einzelnen Körpergliedmaßes oder je nachdem auch ganzer Körperregionen) ausgeführt werden.

Außerdem obliegt dem Narkosearzt die äußerst verantwortungsvolle Aufgabe (besonders bei einer Vollnarkose) der ständigen Überwachung der lebenswichtigen Körperfunktionen des Patienten, wie z. B. Herzrhythmus, Blutdruck und Atemfrequenz. Treten hier Komplikationen auf, muss der Narkosearzt ohne Zögern geeignete Maßnahmen einleiten, um die jeweilige Körperfunktion wieder zu stabilisieren. Welche Maßnahmen nötig sind, hängt von der vorherrschenden Situation ab, die der Narkosearzt daher blitzschnell zu erfassen imstande sein muss. Stabiliserungsmethoden umfassen eine ganze Reihe von Maßnahmen, darunter beispielsweise auch die Adjustierung der Narkosemittelzufuhr oder das intravenöse Einspritzen entsprechender stimulierender Medikamente.

Darüber hinaus überwacht der Narkosearzt den Patienten auch während der Abklingphase einer Betäubung, um sicherzustellen, dass der Patient sich weiter stabilisiert und die jeweilig verwendeten Narkosemittel keine lange anhaltenden Nachwirkungen mit sich bringen.

Eine Vollnarkose, während der der Patient gewissermaßen in „künstlich induzierte Bewusstlosigkeit“ versetzt wird, leitet der Narkosearzt mit der sogenannten Vornarkose ein. Dazu gehört die Verabreichung geeigneter Beruhigungs- oder Schlafmittel, da viele Patienten sehr nervös, unruhig und aufgeregt sein können. Ist der Patient ruhig gestellt und befindet sich im Halbdämmer, beginnt der Narkosearzt mit der eigentlichen Betäubung. Hierzu wird normalerweise ein Narkosemittel intravenös in die Blutbahn geleitet. Gleichzeitig wird der Patient an einen Herz- und Kreislaufapparat, sowie ein Atmungsgerät angeschlossen, da auch der natürliche Atmungsreflex aufgrund der Vollnarkose lahmgelegt wird.

Bei einer Teilnarkose (örtlichen Betäubung) verabreicht der Narkosearzt ein geeignetes Narkosemittel in die Körperteile, die betäubt werden sollen. Bei einer sogenannten Lumbarinjektion geschieht das durch Einspritzung in das Rückenmark, was je nach Stelle die darunteriegenden Körperteile betäubt. Gewissermaßen führt man beim Patienten eine künstliche Querschnittslähmung herbei. Der Patient bleibt während des operativen Eingriffes selbst jedoch bei vollem Bewusstsein, ohne jedoch in den narkotisierten Körperstellen etwas zu fühlen.