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Gewählte Ärzte 20. 9. 2014

Infektiologie

Der Infektiologe erkennt durch diagnostische Mittel infektiöse Erkrankungen und versucht sodann eine krankheitsspezifische Therapie, zumeist mit Antibiotika. Oft ist er auch in der Forschung tätig.

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Der Infektiologe

Der Infektiologe, bzw. Facharzt für Infektionskrankheiten beschäftigt sich mit der Erforschung, aber auch Behandlung von bakteriellen, viralen und auch protozoalen (durch Einzeller, z. B. Amöben, verusachte) Krankheiten. Oft ist er hierbei in der Forschung tätig, entweder an Universitäten oder auch Instituten, wo er bisherige Behandlungen verbessern oder neue Behandlungsmethoden und neue Impfstoffe entwickeln hilft. Im klinischen Umfeld diagnostiziert und behandelt er Patienten, die sich mit solchen Krankheiten angesteckt haben.

Infektionen als solche können auf verschiedene Arten zwischen Menschen durch Übertragung der Erreger erfolgen. Sie können sich beispielsweise über die Luft verbreiten, d. h. der bereits Erkrankte atmet in mikroskopisch kleine Flüssigkeitströpfchen eingeschlossene Erreger aus, die von einem anderen Menschen sodann wieder eingeatmet werden und ihn ebenfalls infizieren. Auch der direkte Kontakt mit menschlichen Ausscheidungen oder Körperflüssigkeiten (Kot, Urin, Speichel, Blut, u. ä.) kann anstecken. Manche Infektionskrankheiten werden auch durch Wirtsorganismen (oft Insekten, wie beispielsweise Zecken oder Flöhe) von Mensch zu Mensch weitergereicht.

Bekannte, Infektionskrankheiten wären beispielsweise Hirnhautentzündung, Lungenentzündung, Tetanus (Wundstarrkrampf), Malaria, Tuberkulose (Schwindsucht), HIV/AIDS, Hepatitis (Gelbsucht), viele Arten von Fieber (Gelbfieber, Dengue-Fieber, u. ä.) und in neuerer Zeit auch Formen wie die sogenannte „Hühnergrippe“, aber auch eine Fülle von Durchfallerkrankungen wie Typhus, Cholera und Amöbenruhr.

Zuerst obliegt dem Infektiologen in der klinischen Praxis die Identifizierung der jeweiligen Erkrankung. Dies geschieht auf vielfältige Weise, u.a. symptomatischer Beurteilung, aber auch mikroskopischer Untersuchung von Abstrichen oder Gewebeproben. Je nach Art der Infektion kann sich die nachfolgende Behandlung mehr oder weniger komplex und schwierig (bis hin zu praktisch unmöglich) gestalten. Viele Krankheitserreger unterwerfen sich ständigen genetischen Veränderungen und werden gegen bisher erfolgreich eingesetzte Medikamente oder Antibiotika resistent. Ein gutes Beispiel dafür wäre die Malaria, deren Erreger sich inzwischen in zig Abarten (Stämme) weiterentwickelt hat. Für viele infektiöse Virenerkrankungen gibt es bislang gar keine oder nur sehr bedingt wirksame Behandlungsmöglichkeiten, die sich dann vor allen Dingen auf die symptomatsiche Behandlung – also die Unterdrückung oder Linderung der Symptome – beschränkt.

Patienten mit ernsthaften Infektionserkrankungen müssen aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr meist isoliert werden. Der Infektiologe käme demnach auch auf einer Isolierstation im Krankenhaus zum Einsatz.