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Gewählte Ärzte 23. 10. 2014

Pathologie

Der Pathologe beschäftig sich in erster Linie mit der Untersuchung von Gewebeproben, um die Diagnose von Erkrankungen zu bestätigen, sowie die Art, das Ausmaß und die Schwere der Erkrankung festzulegen.

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Der Pathologe

Der Laie denkt beim Begriff „Pathologe“ automatisch an Autopsien, bzw. Obduktionen, also die Sezierung verstorbener Menschen. Dabei beschäftigt sich der moderne Pathologe jedoch weitaus häufiger mit den noch Lebenden.

Seine vorwiegendste Aufgabe ist es, Krankheiten zu erkennen oder zu bestätigen und damit einem einen erkrankten Patienten behandelnden Kollegen wichtige und sehr wertvolle Aufschlüsse über die Diagnose und die einzuleitende Therapie zu vermitteln.

Hierzu bedient er sich meist Gewebeproben, die einem Patienten entnommen wurden. Ist die Probe größer, wird sie zunächst makroskopisch (also mit bloßem Auge) auf krankhafte Veränderungen hin begutachtet. Besonders bei kleinen Proben wird sodann ein sogenanntes Schnittpräparat (eine hauchdünne Gewebescheibe, die zwischen zwei Glasplatten gelegt wird) angefertigt. Dieses wird histologisch untersucht, d. h. bis auf die Zellebene mit starken Miskroskopen betrachtet. Spätestens hier geben sich dann Aufschlüsse nicht nur über die Art der Erkrankung (Zellveränderungen, Parasitenbefall, bakterielle Infektionen, usw.) sondern auch über das Ausmaß der Veränderungen, bzw. wie weit fortgeschritten die Erkrankung ist.

Seinen Befund leitet der Pathologe an den behandelnden Arzt zurück, der mit dessen Hilfe geeignete Behandlungsmaßnahmen einleiten kann.

Selbstverständlich führt der Pathologe aber auch Obduktionen an Verstorbenen durch. Im Gegensatz zur landläufigen Annahme müssen die Angehörigen dazu aber ihre Zustimmung erteilt haben. Das heißt, ein an einer offensichtlich natürlichen Ursache oder einer etablierten Krankheit verstorbener Patient wird nicht wie oft fälschlich angenommen automatisch einer Obduktion unterworfen.

Wird sie durchgeführt, dient die Obduktion selbstverständlich in erster Linie zur Feststellung der konkreten Todesursache. Der Befund dient dem behandelnden Arzt nicht nur als Bestätigung, dass er die richtige Diagnose gestellt und korrekte Therapie durchgeführt hat, sondern hilft auch oft den Angehörigen bei der Ausräumung von Selbstvorwürfen („Wir haben den Opa nicht rechtzeitig zum Arzt geschickt“, u. ä.).

Ganz klar abzugrenzen wäre der Pathologe aufgrund seines Betätigungsfelds vom Rechtsmediziner, mit dem er allzu oft verwechselt wird. Der Rechtmediziner führt Obduktionen durch bei Mordfällen, außergewöhnlichen Todesfällen und Todesfällen, bei denen der Verdacht besteht, dass sie aufgrund einer kriminellen Handlung eintraten. Obduktionen sind hierbei Pflicht und werden vom Gericht angeordnet, d. h. bedürfen nicht der Zustimmung der Angehörigen. Bei der rechtsmedizinischen Obduktion soll in erster Linie die Todesursache, sowie die Umstände, die zum Tod führten, geklärt werden. Außerdem sichert der Rechtsmediziner dabei eventuelle Indizien, Hinweise und Beweise, die zur Aufklärung des Falles beitragen können.