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Gewählte Ärzte 31. 7. 2014

Tauchmedizin

Der Tauchmediziner behandelt vor allem die durch zu schnelles Auftauchen beim Tauchsport verursachte Dekompressionskrankheit, aber auch das sogenannte Baro-Trauma und den Tiefenrausch.

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Der Tauchmediziner

Das Berufsbild des Tauchmediziners entspringt der Sportmedizin und wird gegenwärtig zunehmend wichtiger, weil sich viele Normalbürger dem Sporttauchen zuwenden. Ursprünglich vor allem in der Tauchforschung eingesetzt, findet der Tauchmediziner daher heute immer mehr Betätigung an Kliniken, Krankenhäusern und in Tauchsportklubs.

In erster Linie beschäftigt er sich mit der Vorbeugung und Behandlung von Tauchunfällen, leitet aber auch oft Tauchausbildungskurse. Unter diesem Gesichtspunkt ist hier natürlich das Sporttauchen und Tieftauchen mit entsprechender Ausrüstung (Tauchanzug, Atmungsapparat, Gasflasche) gemeint und nicht das Schnorcheln. Probleme beim Tauchen ergeben sich in dieser Hinsicht vor allen Dingen mit den oft sehr krassen Druckunterschieden zwischen normalem Luftdruck und dem mit zunemender Tiefe immer größer werdenden Wasserdruck.

Zu den wichtigsten Aufgaben des Taucharztes gehört die Behandlung der Dekompressionskrankheit. Bei großem Wasserdruck lösen sich im Körper mehr Inertgase (v.a. Stickstoff) aus der Gasflasche. Beim Auftauchen an die Oberfläche muss der Taucher daher festgelegte Warteintervalle einlegen, damit sich sein Körper an den veränderten Druck anpassen kann. Taucht er zu schnell auf, perlen die Inertgase aus. Je nach Schwere reichen die Symptome von Hautjucken über Bewusstseinsstörungen und Lähmungen einzelner Gliedmaßen bis hin zum Tod.

Der Taucher muss als erste Hilfe so schnell wie möglich reinen Sauerstoff erhalten. Sodann wird er unter der Aufsicht eines Tauchmediziners in einer Dekompressionskammer eingeschlossen. Die Therapie besteht darin, den Druck in dieser Kammer zunächst auf denselben Druck zu bringen, wie er bei der zuvor getauchten Tiefe vorherrschte. Damit lösen sich die ausgeperlten Gase wieder. Der Taucharzt wird nun schrittweise den in der Kammer herrschenden Druck vermindern. Damit simuliert er das intervallartige Auftauchen. Gleichzeitig werden während der gesamten Prozedur selbstverständlich die Vitalfunktionen des Patienten kontrolliert. Im Verlauf der langsamen Druckverminderung werden die gelösten Gase nach und nach über die Lunge abgeatmet. Die Behandlung ist abgeschlossen wenn der Druck wieder normalen Luftdruck erreicht hat.

Weiter behandelt der Tauchmediziner beispielsweise auch den sogenannten Tiefenrausch (Stickstoffvergiftung, Sauerstoffvergiftung), aber auch das Baro-Trauma. Das letztere umfasst u. a. Verletzungen des Trommelfells oder der Lungen, weil sich der Innendruck des Körpers beim Auftauchen nicht schnell genug anpasste und sich die in Hohlräumen enthaltene Luft dadurch ausdehnte und Gewebe reißen ließ.