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Gewählte Ärzte 30. 10. 2014

Venerologie

Der Venerologe ist normalerweise ein Facharzt für Hautkrankheiten, der jedoch auch sexuell übertragbare Erkrankungen diagnostiziert und behandelt.

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Der Venerologe

Entgegen landläufiger Auffassung hat die medizinische Fachrichtung der Venerologie absolut nichts mit den als „Venen“ bezeichneten Blutbahnen zu tun. In der Tat befasst sich ein Venerologe stattdessen mit sexuell übertragbaren Krankheiten. Der Fachbegriff Venerologie hat die altmodische Bezeichnung „Geschlechtskrankheiten“ schon längstens abgelöst, denn die vormalige Annahme, sexuell übertragbare Krankheiten könnten ausschließlich durch den Akt des Geschlechtsverkehrs weitergegeben werden, ist sowohl falsch als auch irreführend. Dies trifft zwar bei vielen zu, ist aber nicht unbedingt immer der Fall. Selbst ein sexuell vollkommen abstinenter Mensch kann sich durch aus mit der einen oder einer „Geschlechtskrankheit“ anstecken. Bisweilen genügt es dafür schon, auf einer mit entsprechenden Erregern behafteten Toilette Platz zu nehmen.

Zu den „klassischen“ Geschlechtskrankheiten zählen unter anderem Syphilis (harter Schanker), Gonorrhöe („Tripper“), der weiche Schanker (Ulcus molle) und das venerische Granulom (Lymphogranuloma venereum; auch Chlamydia). Darüber hinaus zählt man zu den sexuell übertragbaren Krankheiten auch eine Vielzahl von Pilz-, Bakterien- und Amöbeninfekten, wie beispielsweise die landläufig so bezeichnete vaginale Hefeinfektion im Scheidenkanal einer Frau. Auch Herpes (Herpes labialis, „Gürtelrose“), von Viren ausgelöst, gehört dazu. Viele dieser sexuell übertragbaren Krankheiten sind in unseren Breitengraden vergleichsweise selten geworden, obwohl immer wieder einmal „Schübe“ auftreten. Manche Experten sind jedoch der Meinung, dass der immer mehr um sich greifende Ferntourismus die Statistiken anschwellen lassen könnte, da solche Krankheiten aus tropischen Ländern, wo sie viel weiter verbreitet sind, eingeschleppt werden.

Da sich viele dieser Krankheiten mit Symptomen wie Ausschlägen, Pusteln oder Flüssigkeitsabsonderungen auf der Haut und den Schleimhäuten manifestieren, war das Gebiet der Venerologie traditionell eine Domäne des Dermatologen (Hautarztes). Dementsprechend ist ein Venerologe auch heute noch üblicherweise ein Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten.

Für die Diagnose vieler dieser Krankheiten bedarf es für den Venerologen oft lediglich einer visuellen Begutachtung, denn die Symptome sind meist sehr krankheitsspezifisch und leicht zu erkennen. Bei etwas obskureren Erkrankungen genügt meist ein Abstrich, der sodann mikroskopisch untersucht wird, um die Erregerart zu bestimmen. Therapeutisch stellen die allermeisten Geschlechtskrankeiten keine besonders große Herausforderung dar. In aller Regel kann die Infektion durch die Gabe spezifischer Antibiotika in wenigen Tagen auskuriert werden. In jedem Fall sollte man bei Beschwerden den Venerologen (bzw. Drmatologen) aber so bald wie möglich und ohne falsche Beschämtheit aufsuchen. Manche der Erkrankungen – wie beispielsweise die Syphilis – können bei Verschleppung nämlich ernsthafte Organschäden nach sich ziehen.